75 Jahre Befreiung

19. April 1945

„Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.“

Schwur von Buchenwald, 11. April 1945

8. Mai – Tag der Befreiung

5. Mai 2021

Gedenkveranstaltung am 8. Mai 2021 – 11:00 Uhr

Gedenkort Minden, Tonhallenstraße (Theatervorplatz)

Auszug aus der Petition:

„Die militärische Zerschlagung des Faschismus durch die Alliierten, Partisaninnen und Widerstandskämpferinnen als Befreiung zu begreifen, bedeutet die richtigen Schlüsse zu ziehen und auch so zu handeln. Es ist nicht hinnehmbar, dass 76 Jahre danach extreme Rechte in allen deutschen Parlamenten sitzen und in immer rascherer Folge Mord auf Mord folgt.“

mehr unter:

https://www.change.org/p/8-mai-zum-feiertag-machen-was-75-jahre-nach-befreiung-vom-faschismus-getan-werden-muss-tagderbefreiung-bkagvat-bundesrat

Pressemitteilung

5. Mai 2021

  • 1. Februar 2921

NRW plant Einschränkung der Demonstrationsfreiheit
Die VVN-BdA NRW lehnt das geplante Versammlungsgesetz der von CDU und FDP geführten Landesregierung in der vorliegenden Form ab. Als Teil der größten antifaschistischen Organisation der Bundesrepublik Deutschland, 1946 von den Überlebenden der Konzentrationslager und des Holocaust in Düsseldorf gegründet, sehen wir in diesem Gesetzesentwurf die Gefahr, in Zukunft nicht mehr gegen den aktuell immer stärker werdenden Rechtsextremismus demonstrieren zu können. Sollte dieser Entwurf verabschiedet werden, würde bereits ein Aufruf zur gewalt-
freien Blockade von Aufmärschen neofaschistischer und rechtspopulistischer Parteien und Gruppierungen unter Strafandrohung von bis zu zwei Jahren gestellt werden. Auch angemeldete Gegendemon-strationen wären davon betroffen. Gewinner wären nur rechte Parteien und Gruppierungen. Nach der Verschärfung des Polizeigesetzes 2018 geht NRW mit diesem Gesetzentwurf einen weiteren Schritt in
Richtung Polizeistaat. Gegenüber Veranstalterinnen, Versammlungsleiterinnen, Order*innen und Teilnehmenden
werden Hürden und eine strafbewehrte Drohkulisse aufgebaut, die offenbar vor der Anmeldung und Durchführung von öffentlichen Kundgebungen abschrecken oder diese zumindest erschweren soll. Davon wären dann nicht nur antifaschistische Kundgebungen betroffen, sondern auch Kundgebungen beispielsweise der Friedens-, Umwelt-
und Klimabewegung, wie z.B. „Fridays for Future“ oder „Ende Gelände“.
Der Gesetzentwurf schreibt vor, dass in der Einladung zu einer öffentlichen Versammlung der Name des Veranstalters oder der Veranstalterin anzugeben sei. Dies bedeutet faktisch, dass die anmeldende Person einer antifaschistischen Demonstration den Nazis zum Fraß vorgeworfen wird. Ferner soll aus jedem Grund, den die Polizei als „Gefahr für die öffentliche Sicherheit“ annimmt, eine Liste mit Namen und Adressen der Ordner herausgeben werden müssen, unabhängig davon, ob die Gefahr aus der eigenen Demonstration oder von anderen Umständen ausgeht.
Auch weitere Einschränkungen wie das sogenannte „Militanzverbot“, die Einrichtungen von Kontrollstellen oder die Erleichterung von Teilnahmeuntersagungen gegenüber einzelnen Personen ohne versammlungsbezogenen Anlass eröffnen Tür und Tor für willkürliche Entscheidungen der Polizei. Nicht überraschen kann in diesem Zusammen-
hang der Ausbau der Videoüberwachung. Die Möglichkeit zu friedlichen Blockadeaktionen ist eine ebenso wichtige und legitime Protestform. Das Recht, unerkannt an öffentlichen Formen des Protests und der Meinungsäußerung teilzunehmen ist für eine demokratische und
pluralistische Gesellschaft nicht verhandelbar. Sollte dieser Gesetzentwurf so verabschiedet werden, würden erfolgreiche Gegendemonstrationen gegen die rechte Szene nur noch unter hohen persönlichen Risiken für die Beteiligten stattfinden können – oder eben gar nicht mehr. Damit würde das Versammlungsgesetz die Straße für Neofaschisten und Rechtsextremisten frei machen.

Gedenktag Befreiung Auschwitz

29. Januar 2021

27. Januar 2021 – der 76. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz und bundesweiter Gedenktag für die Opfer des Holocaust.

“Wie in Minden gedachten in vielen Städten tausende Menschen öffentlich der Opfer des Faschismus.“

Am 27. Januar 1945  

befreit die „Rote Armee“ ca. 7.000 Gefangene in der KZ-Anlage Ausschwitz

Sie finden weitere Leichen, Verhungerte, Erschossene, Erschlagene, insgesamt etwa 600 Tote.

Im KZ Auschwitz-Birkenau (dem größte Vernichtungslager), wurden ca. 1,1 Million Menschen ermordet.

Ursprünglich war Auschwitz als Arbeitslager für politische Gefangene aus Polen gedacht. Doch im Verlauf des Zweiten Weltkriegs wird es auch zum Sammel- und Tötungslager für Kriegsgefangene aus Russland ausgebaut.

Für die IG-Farben baut man 1941 zeitgleich mit der Industrieanlage in „Auschwitz-Monowitz“ ein eigenes Arbeitslager, woraus sich die IG-Farben schon mal mit Arbeitssklaven versorgen kann.

Neben den Tötungs- und Vernichtungslagern , entstehen Insgesamt in der Region Auschwitz 47 Nebenlager und Außenkommandos, um Bergwerke, Industrieanlagen und landwirtschaftliche Betriebe mit Arbeitssklaven zu versorgen.

Distanzierung von den sogenannten Querdenker*innen

14. Dezember 2020

Wir teilen die Presseerklärung der VVN-BdA Aachen. Hier eine Abschrift der Kamerad*innen:

‚Der bekannte Journalist Heribert Prantl charakterisierte in einem kürzlich erschienenen Artikel die Friedenstaube als „Mitgliedsausweis für eine Massenbewegung, die für die Mehrheitskultur der 80iger Jahre stand“.

Wir als langjährige Mitglieder der unten aufgeführten und in Aachen aktiven Friedensgruppen sind verärgert, entsetzt und peinlich berührt, dass Menschen in der sogenannten Querdenker-Bewegung Symbole der Friedensbewegung wie die blaue Friedenstaube oder die Pace-Regenbogenfahne de facto als „Mitgliedsausweis“ einer demokratischen Bewegung vorzeigen. Tatsächlich wollen sie damit nur verdecken, dass ihre kruden und antidemokratischen Thesen keiner ernsthaften wissenschaftlichen Überprüfung standhalten. Das missbräuchliche Benutzen von Symbolen einer demokratischen Bewegung zieht diese in den Augen der Öffentlichkeit leider in den Schmutz.

Die Grundrechte wurden einst als Konsequenz aus den Erfahrungen mit dem nationalsozialistischen Terrorregime formuliert; sie gelten als unveräußerliche Abwehrrechte der Bürger*innen gegen die Allmacht eines Staates und sind somit von uns Bürger*innen gegen solche Tendenzen und Bestrebungen zu verteidigen! Und Ja; trotz der grundsätzlichen Akzeptanz der AHA-Regeln zum Schutz vor einer potentiell tödlichen Infektion gibt es auch bei uns Kritik z. B. an der Unstimmigkeit oder Verhältnismäßigkeit einzelner Maßnahmen, an einer fehlenden Langzeitstrategie oder der mangelnden Beteiligung der Legislative. Auch an der unzureichenden materiellen und personellen Ausstattung des Gesundheitswesens, an der Privatisierung oder dem dadurch wachsenden Einfluss von Großspendern wie Bill Gates z.B. auf die WHO (die dadurch ihren ursprünglich sozialmedizinischen Ansatz mehr und mehr zurückfährt).

Das alles rechtfertigt aber keineswegs die bei den „VerQuer-Gläubigen“ übliche Leugnung der Existenz oder der Gefährlichkeit dieser pandemischen Erkrankung. Geradezu widerwärtig wird es, wenn sich die Teilnehmenden dieser Bewegung als Opfer einer Diktatur wähnen und sich schamlos erdreisten, Vergleiche zu 1933 zu ziehen und „Judensterne“ anzuheften. Statt sich der tatsächlichen Probleme der Menschheit anzunehmen und z.B. gegen die Hochrüstung und die Gefahr neuer Kriege, gegen die Klimaerhitzung, gegen die soziale Spaltung und für mehr Bildung und eine bessere Gesundheitsversorgung oder die tatsächlich menschenrechtsverletzende Politik der EU an ihren Außengrenzen zu demonstrieren, wedelt man mit dem Grundgesetz unter dem Arm für in Wirklichkeit zutiefst egoistische, sozialdarwinistische und jeglicher gesellschaftlicher Solidarität widersprechende Ziele. Dass dabei auch Pegida-Wutbürger, die AfD, Reichsbürger, die Identitären oder die NPD mitmarschieren, zeigt überdeutlich, dass es gar nicht um „Frieden und Freiheit“ gehen kann.

Wir wissen: Faschismus an der Macht heißt Diktatur, Verfolgung, Krieg und Vernichtung. Wer sich davon nicht distanziert, hat weder mit Demokratie, noch mit einer Friedensbewegung rein gar nichts zu tun!

Als friedensbewegte Organisationen in Aachen distanzieren wir uns daher eindeutig von den Demonstrationen der sogenannten Querdenkerbewegung. Wir werden weder heute noch künftig mit Menschen dieser Bewegung zusammen arbeiten und wehren uns gegen eine evtl. Beteiligung aus diesen Reihen bei unseren Veranstaltungen oder Aktionen.‘

Friedegard Siepmann-Karrenbrock, Bernd Bremen, vertretend für die DFG-VK Städteregion Aachen

Dr. Odette Klepper, Dr. Volker Siller, vertretend für die IPPNW-Regionalgruppe Aachen

Kristina Blömer, vertretend für pax christi im Bistum Aachen

Detlef Peikert, vertretend für die VVN-BdA Kreisvereinigung Aachen


Die Pressemitteilung kann hier als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Der Presseartikel kann hier heruntergeladen werden.


Freitag der 13.11.2020 – AfD in Espelkamp

17. November 2020

150 Aufrechte gegen den Bezirksparteitag der AfD im „Espelkamper Bürgerhaus“ – Hauptorganisatoren waren SPD und Grüne

Es ist 18:00 und der Platz vor dem Bürgerhaus füllt sich mit gut 150 Demonstranten (gefühlt 200) gegen den Bezirksparteitag der AfD.

Hauptorganisator waren Mitglieder der SPD und der Grünen. Eine gut 15 Mann (!) starke Gruppe von der Partei „die Partei“ hielt Schilder mit entsprechenden Parolen gegen die AfD hoch. Viele Teilnehmer hatten selbst gemalte Plakate dabei. Bilder gibt es davon erst mal keine (vielleicht kann ich ein paar von meinem Bekannten bei der NW abstauben), da ich mit Isolde das große Transparent „Rassismus stoppen“ gehalten habe.

In der Zeit von 18 -19:00 Uhr (dem Beginn des Parteitages) konnte ich ca. 25 Personen zählen, die in das Gebäude betraten. Wieviel beim Parteitag teilgenommen haben, wird vielleicht morgen in der NW stehen.

Das Ordnungsamt kontrollierte drinnen wie draußen – draußen sehr verhalten. Offensichtliche AfD Sympathisanten, die direkt, dicht an dicht, am Eingang standen, wurden nicht behelligt. Gegen 19:15 wurde die Demo aufgelöst 

Dokumentarfilm „Das Zelig“

27. Oktober 2020

Der neue Film der Regisseurin Tanja Cummings (bekannt durch Linie 41, 2015) hatte am 23. Oktober auf den 54. Hofer Filmtagen Uraufführung. Im Kino sowie bis zum 1. November wird er noch online („on demand“ über das Filmfestivalportal) verfügbar sein.

Das etablierte deutsche  Filmfestivals „Hofer Filmtage“ findet 2020 unter strengen Corona-Regeln statt. Parallel dazu ist das Festivalprogramm über eine On-Demand-Plattform der Internationalen Hofer Filmtage abrufbar.

Synopsis

Im Münchner Café Zelig treffen sich jede Woche letzte, aus ganz Europa stammende Holocaust-Überlebende. Es wird viel gelacht, gefeiert und politisch gestritten, aber auch geschwiegen und getrauert. Einige von ihnen, auch ihre Kinder, machen sich auf den Weg zurück in ihre Vergangenheit, in ihre alte polnische Heimat, und sie zeigen, wie schwer es war und ist, wieder zurück ins Leben zu finden – in Deutschland.

D, 2020, 96 min

Sprachen: Deutsch, Polnisch, Hebräisch, Jiddisch, Englisch
Eine Co-Produktion mit der Weltfilm GmbH

Mehr Infos unter https://daszelig-film.de/

Hofer Filmfestival

Das etablierte deutsche  Filmfestivals „Hofer Filmtage“ findet 2020 unter strengen Corona-Regeln statt. Parallel dazu ist das Festivalprogramm über eine On-Demand-Plattform der Internationalen Hofer Filmtage abrufbar.

Mehr Infos unter https://hofer-filmtage.com

KALKAR, 03. Oktober 2020

6. Oktober 2020

Gut 200 Friedensfreunde -trotz Corona- vor der Von-Sydlitz-Kaserne.

Den 8. Mai zum Feiertag machen

16. Mai 2020

Was 75 Jahre nach Befreiung vom Faschismus getan werden muss!

Gemeinsam mit unserer Ehrenpräsidentin Esther Bejarano fordert die VVN-BdA den 8. MAi zu einem Feiertag werden zu lassen. „Ich fordere: Der 8. Mai muss ein Feiertag werden! Ein Tag, an dem die Befreiung der Menschheit vom NS-Regime gefeiert werden kann. Das ist überfällig seit sieben Jahrzehnten. Und hilft vielleicht, endlich zu begreifen, dass der 8. Mai 1945 der Tag der Befreiung war, der Niederschlagung des NS-Regimes“, so Esther Bejerano. Sie schrieb dies bereits am 26. Januar 2020 in einem offenen Brief  „an die Regierenden und alle Menschen, die aus der Geschichte lernen wollen.

Die begleitende Online-Petition haben bereits über 100.000 Menschen unterzeichnet.

zur Petition

Seit dem wird die Initiative breit diskutiert. Als Anregung hier ein zwei (weitere) Link-Tipps:

Die Debatte nimmt wieder an Fahrt auf
Zum geschichtspolitischen Streit um den 8. Mai in Deutschland: Antifaschisten haben immer wieder ihre Deutung durchgesetzt
con Ulrich Schneider (der Artikel  ist leider Abo-Pflichtig)
https://www.jungewelt.de/loginFailed.php?ref=%2Fbeilage%2Fart%2F377648

Der falsche „Tag der Befreiung“
https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/8270/
von Hans-Rüdiger Minow

8. Mai 1945 – Befreiung – was sonst !? – Nie wieder Faschismus ! Nie wieder Krieg !

14. Mai 2020

Stilles Gedenken an das Kriegsende

Zum Gedenken an die Befreiung vom Faschismus, an die Millionen Toten unter der Zivilbevölkerung, den Opfern durch Zwangsarbeit, den Ermordeten in den KZs und dem Blutzoll der „Roten Armee“ traf sich am 8. Mai 2020  am Mahnmal auf dem Vorplatz des Stadttheaters Minden Corona-bedingt eine kleine Gruppe. Anwesend waren Vertreter von Gewerkschaften, der Initiative „Minden – Für Demokratie und Vielfalt e. V.“, VVN-BdA Minden-Lübbecke e.V., DKP Minden und DIE LINKE Minden.

Der Corona-Pandemie geschuldet verteilten sich die ca. 15 Teilnehmer vorschriftsmäßig am Gedenkort. Eine Ansprache gab es in diesem Jahr nicht und die Gedenkveranstaltung wurde nach ca. 45 Minuten beendet.

Mitglieder der VVN-BdA legten  Gestecke an zwei weiteren Gedenkorten nieder.

Zum einen, am Mahnmal für die bei der Produktion von Kriegsgerät im Stollen „Porta Westfalica“ zu Tode gequälten und ermordeten Zwangsarbeiter und am Straßenschild „Heinrich-Kurlbaum-Weg“ – ein wegen Kriegsdienstverweigerung ermordeter Jehovaszeuge.

Demokratisch durch die Pandemie!

15. April 2020

Die Corona-Pandemie stellt die Welt plötzlich vor tödliche Gefahren. Das Virus interessiert sich dabei nicht für Politik. Politisch sind allerdings die Reaktionen der Regierungen und Parteien.

Zahlreiche Einschränkungen der bürgerlichen Freiheiten wurden innerhalb kurzer Zeit weltweit eingeführt. Diese Maßnahmen sind objektiv notwendig, um ein Massensterben zu verhindern. Gleichzeitig wird erkennbar, dass in dieser Krise in vielen Ländern bereits zuvor erkennbare autoritäre und restriktive Entwicklungstendenzen verstärkt und beschleunigt werden.

Innerhalb der EU gilt dies insbesondere für die Regierung Ungarns, die die parlamentarische Arbeit auf unbestimmte Zeit hat aussetzen lassen.

Auch in Deutschland gibt es von Seiten der Bundes- und Landesregierungen problematische Äußerungen, Erwägungen, Gesetzesvorhaben und teilweise auch Maßnahmen.

Begleitet werden diese Tendenzen ebenfalls in vielen Ländern durch extrem rechte, xenophobe, rassistische und insbesondere antisemitische Verschwörungstheorien, die sich auf Ursprung, Verbreitung und Folgen der Corona-Pandemie beziehen.

Zu dieser Situation fordert die VVN-BdA folgendes:

  • Begriffe wie „Ausgangssperre“, „Ausnahmezustand“ und „Krieg“ haben in der Krisenbewältigung nichts zu suchen. Sie machen unnötig Angst und suggerieren militärische Lösungen für medizinische und gesellschaftliche Probleme.

  • Alle Verordnungen und Maßnahmen müssen konkret begründet, zeitlich befristet, auch durch unabhängige Experten bewertet und ausgewertet werden und auf das notwendige Maß beschränkt sein. Dies gilt jeweils auch für zeitliche Verlängerungen.

  • Verordnungen und Maßnahmen müssen Gegenstand parlamentarischer Kontrolle sein.

  • Gesetzgeberische Prozesse, insbesondere die sich auf Krisenbewältigung beziehen, sind auf die Zeit nach der Pandemie zu verschieben. Gute Gesetze brauchen Zeit zur Reflexion.

  • Notwendige Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum sind mit Augenmaß durchzusetzen. Spaziergänger sind keine Verbrecher.

  • Politische Aktivitäten im öffentlichen Raum, die die notwendigen Einschränkungen beachtet, müssen selbstverständlich möglich sein.

  • Besonders gefährdet sind Obdachlose und Geflüchtete. Sie bedürfen einer besonders guten Fürsorge, nicht martialischer Abschottung. Es müssen Maßnahmen für eine angemessene Unterbringung ergriffen werden, z. B. in Hotels.

  • Die gefährlichen Lagern an der EU-Außengrenze und in Griechenland müssen aufgelöst und die Geflüchteten evakuiert und dezentral untergebracht und versorgt werden.

  • Deutschland muss endlich den Kindern und Jugendlichen, zu deren Aufnahme sich „Solidarische Städte“ bereiterklärt haben, aufnehmen.

  • Das Militär kann Transport- und Hilfsdienste leisten, aber nicht Ordnungsmacht im Inneren sein. Die Trennung von Polizei und Militär ist unabdingbar. Bundeswehrsanitätskräfte sind der zivilen Leitung zu unterstellen.

  • Die EU muss den Missbrauch der Pandemie zur Festschreibung strukturell antidemokratischer Ziele in ihren Mitgliedsstaaten unterbinden.

  • Verschwörungstheoretische Erklärungsmuster, auch wenn sie vorgeben „für das Volk“ zu sprechen, sind zurückzuweisen. Die Krise nutzen wollende faschistische Gruppen sind aufzulösen.

  • Nach Abschluss der Pandemie bedarf es einer breiten gesellschaftlichen Auswertung: Welche Maßnahmen haben sich im Nachhinein als richtig erwiesen, auf welche könnte in einem ähnlichen Fall verzichtet werden?

Cornelia Kerth, Axel Holz
Bundesbüro VVN-BdA
12.04.2020

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